Wusstet du,
dass dein Körper ständig die Umgebung scannt und checkt, ob du gerade sicher bist?
Dein Nervensystem nimmt die ganze Zeit Informationen auf: Was sehe ich? Was höre ich? Wie fühlt sich mein Körper gerade an? Was passiert um mich herum? Viele dieser Informationen werden blitzschnell verarbeitet – noch bevor du überhaupt bewusst darüber nachdenkst. Dein Körper kann also schon reagieren, bevor dein Kopf überhaupt sagen kann: „Moment, was war das gerade?“ Stell dir vor, du läufst durch den Wald und plötzlich raschelt es direkt neben dir im Gebüsch. Dein Körper reagiert vielleicht sofort: Dein Herz schlägt schneller, deine Muskeln spannen sich an und Energie wird bereitgestellt. Vielleicht machst du einen Satz nach vorne und rennst los – einfach weg von dem, was da gerade sein könnte. Und wenn die Situation extrem bedrohlich ist, kann auch das Gegenteil passieren: Dein Körper wird ganz still. Du erstarrst. Bei Tieren kann daraus sogar ein richtiges Totstellverhalten werden.
Früher wurde versucht, solche Reaktionen mit dem sogenannten „Reptiliengehirn“ zu erklären – also mit der Vorstellung, dass unser Gehirn aus verschiedenen alten Schichten besteht und der älteste Teil in Gefahrensituationen einfach die Kontrolle übernimmt. So einfach funktioniert unser Gehirn allerdings nicht. Heute wissen wir, dass dabei ganz unterschiedliche Bereiche und Netzwerke zusammenspielen. Aber die Reaktionen selbst gibt es natürlich immer noch. Zum Glück begegnen wir im Alltag eher selten einem Säbelzahntiger. 😉 Unser Nervensystem kann aber trotzdem auf ganz andere Dinge reagieren: auf einen bestimmten Tonfall, einen Gesichtsausdruck, einen Streit, eine plötzliche Bewegung, eine Berührung oder einfach auf eine Situation, die sich irgendwie „komisch“ anfühlt. Und manchmal weißt du noch gar nicht genau, warum sich etwas komisch anfühlt – aber dein Körper ist schon auf Empfang.
Unser Nervensystem versucht also ständig herauszufinden: Bin ich hier sicher? Muss ich etwas tun? Kann ich mich entspannen?
Diese alten Schutzmechanismen sind immer noch in uns. Wir sind eben doch mehr Tier, als wir manchmal glauben. 🐾
Und wie dieses System nun in der heutigen Welt funktioniert, kann dir eine Idee geben, warum Stress und Anspannung so ein Gesellschaftsthemen sind. Weitere Beiträge und auch meine ganz persönlichen Gedanken findest du hier auf meinem Blog.
